Vorbereitende Arbeiten auf der Verjüngungsfläche - Hiebsreste:


Das Vorhandensein von Schlagabraum kann vor Verbiss- und Fegeschäden schützen. Er beeinträchtigt das Wachstum der Konkurrenzvegetation, kann die Bodenerosionen hemmen und die Bodenverdunstung herabsetzen. Hiebsreste erschweren die Kultur- und Jungbestandspflege, erhöhen die Waldbrandgefahr und fördern das Vorhandensein von Schadinsekten und Mäusen. Durch ihre Beseitigung werden die Folgearbeiten erleichtert, mechanisiert und rationalisiert.

 

Behandlungsmöglichkeiten:

• Breitflächiges Belassen mit oder ohne Zerkleinerung

• Zersägen sperriger Äste

• Zusammenziehen auf Haufen

• Beseitigung durch Selbstwerber

 

Vorsicht: Durch Behandlung der Hiebsreste mit Maschineneinsatz kommt es bei flächiger Befahrung zur Bodenverdichtung.

 

Bodenvegetation - Bodenbearbeitung:


Die Vegetation des Waldbodens, insbesondere Gräser, Kräuter und Stauden verbessern die Bodenstreu von Nadelwäldern. Sie bietet jungen Forstpflanzen Strahlungs- und Verdunstungsschutz und schützt vor Schlagregen, Verkrustungen und Erosionen. Trotz dieser Vorteile steht eine zu üppig vorhandene Bodenvegetation in direkter Licht- und Wurzelkonkurrenz zu den heranwachsenden Jungbäumen und erschwert zusätzlich die Kultur- und Pflegearbeiten.

 

Behandlungsmöglichkeiten:

• Mechanische Beseitigung manuell

• Mechanische Beseitigung maschinell

 

„Auf die Wurzel kommt es an“- das richtige Pflanzverfahren


Die Wahl und die ordnungsgemäße Ausführung eines an die Pflanzen- und Wurzelgröße angepassten Pflanzverfahrens ist Voraussetzung für ein hohes Anwuchsprozent und damit entscheidend für den Erfolg der Kulturbegründung.

Gepflanzte Bäume werden nur mit einem großen, weit in die Tiefe reichenden Wurzelwerk, mit dem sie sich fest im Boden verankern, stabil heranwachsen. Bei unsachgemäßer Pflanzung werden nach Forschungsergebnissen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) besonders die Tiefenwurzeln so stark verformt, dass sie auch nach 10 Jahren nur sehr oberflächlich wachsen. Selbst bei 40-jährigen Bäumen kann die Erschließung des Wurzelraumes noch deutlich eingeschränkt sein. Eine sorgfältige, wurzelgerechte Pflanzung ist deshalb Voraussetzung für die Stabilität gepflanzter Bäume.

 

Die Qualität der Pflanzung ist abhängig von:

• Pflanzensortiment (Alter und Größe)

• Pflanzverband (variiert nach Haupt- und Nebenbestand)

• Mischungsverhältnis der Pflanzengattungen

• Pflanzenqualität

• Pflanzenbehandlung

• Pflanzverfahren

 

„Startvorteil“ Pflanzung:

Durch Pflanzung ist der Folgebestand unabhängig vom Vorbestand, d.h. seiner Baumartenmischung und -anteile. Als Waldbesitzer sind Sie unabhängig vom Vorhandensein von leistungsfähigen Samenbäumen und erfolgreichen Samenjahren. Sie erhalten aus unseren Forstbaumschulen qualitativ hochwertige Forstpflanzen, die gegenüber der Naturverjüngung mit einem deutlichen Wuchsvorsprung starten. Bei der Pflanzung sind Forstpflanzen meist zwei bis fünf Jahre alt und haben durch den „Wuchsvorsprung“ die Jugend- phase mit hohen Ausfällen bereits größtenteils hinter sich.